Vom Gehen

2009

Flat bed scan / Print auf Baunetz / 145x100 cm / Auflage 5+ 2AP

Durch den Strukturwandel im urbanen Raum, getrieben von ökonomischen Rahmenbedingungen, finden sich Stadtbewohner oft in einem urbanen Nomadentum wieder - in den letzten zwanzig Jahren bin ich dreizehn Mal umgezogen.

 

Bei jedem Umzug habe ich etwas verloren, und bei jedem Umzug habe ich auch etwas gefunden. Jeder Umzug hat meine Beziehungsinfrastruktur verändert – es gibt Konstanten, die sich mit dem eigenen Leben so verwoben haben, dass es kein Bild davon braucht. Und es gibt kleine Dinge, an denen Geschichten kleben. Objekte, die ich bei Wohnortwechsel vorgefunden habe. Oder Dinge, die ich selbst zurückgelassen habe, die bedeutungslos geworden sind. Und neue, gefundene Objekte, die an Bedeutung gewonnen haben, durchs Finden.

 

Die gescannten Objekte sind auf feinmaschiges Baunetz gedruckt und können (auch) im Freien platziert werden.

Das bedruckte Material ist weitestgehend witterungsbeständig, bekommt jedoch im Laufe der exponierten Zeit Verschleißerscheinungen – die wiederum auf die Abnützung/Veränderung der dargestellten Objekte verweisen.

Durch die optische Durchlässigkeit des Trägermaterials wird der den Objekten innewohnende, flüchtig-vergängliche Charakter betont.

 

„Michaela Bruckmüller schafft mit ihrer Arbeit eine unmittelbare räumliche Präsenz des fotografierten Objektes. Selbst die geschichteten Abstufungen des Brokats, der die Schuhe überzieht, die glatten, vertieften Ornamentflächen aus Gold- und Seidenfäden und die erhabeneren, rauer gewebten Strukturen machen den stofflichen Charakter beinahe haptisch fühlbar. Das über einen Hintergrund gespannte Netz als Bildträger verstärkt den räumlichen Eindruck durch seine matte Oberfläche und die transparenten Durchblicke, sodass die an den Sohlen haftenden Haare im ersten Moment real wirken.“

Dr. Eva Maltrovksy / 2009

Vom Gehen

2009

Flat bed scan / Print on micromash / 145x100 cm / Edition 5+ 2AP

Owing to the structural changes in the urban space, driven by economic conditions, urban dwellers often find themselves in a kind of urban nomadism – in the past twenty years I moved flat thirteen times

 

With each move I lost some things, and with each move I found again things. Each move has changed my environmental infrastructure, there are constants which are so intertwined with my own life that they don’t require an image. In contrast, there are little items, which are attached to stories. Objects which I found during moving, or objects which I left behind, as they became meaningless; and new objects, which have acquired meaning through finding them.

 

The scanned objects are printed on micromesh and can also be placed outdoors.

The printed material is largely weather-resistant, but is subject to slight wear and tear with time, which reflects the wear of the pictured objects. On the corners, the prints are attached and thightened to 30cm high stone blocks.

The floating presentation and the optical transparency of the micromesh highlight the fading and transient character inherent to the objects.

The arrangement of the objects on the ground reiterates the impression of leaving behind and being left behind in the hastiness of the moment.

„With her work Michaela Bruckmüller creates an immediate spatial presence of the photographed objetcs. Even the layered gradation of the brocade, covering the shoes, the smooth, engraved ornaments of gold and silk, the embossed, roughly woven structures create an almost haptic tangibility.Through their mat surface and transparent perspective, the pictures on micromesh, tightened over a background, amplify the spatial impression, making the hair which are attached to the soles look real at first sight.“

Dr. Eva Maltrovksy / 2009